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„Nix passiert!“ oder doch? Gedanken über das Trösten bzw. Begleiten von Babys und Kleinkindern

In der Zeit des Mobilwerdens bis zum Gehenlernen und auch noch darüber hinaus erleben junge Kinder immer wieder kleine und auch etwas größere Stürze und Unfälle, manchmal auch mit blauen Flecken und Schrammen. Das kann ein Ausrutschen auf einem Baustein sein, ein Anstoßen an einem Möbelteil, ein Sturz von einer Bank oder Couch…

Diese Erfahrungen sind leider auch wichtig, denn das Kind lernt durch kleine Unfälle, auf sich und seinen Körper achtzugeben, es bekommt Übung darin, sich beim Sturz abzurollen, es erlangt ein Gefühl für Höhe und die unterschiedlichen Eigenschaften verschiedener Untergründe. Es erfährt beispielsweise, dass ein Holzboden härter ist als eine Wiese…., dass eine ungünstige Drehung auf der schiefen Ebene (ein Bewegungsgerät im Pikler-SpielRaum) auch bewirken kann, dass es – in Stufenhöhe – runterpurzeln kann.

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Wenn das Wickeln schwierig wird

Aus diesem Grund möchte ich einige Gedanken mit Euch teilen, um (wieder) zu einem echten und freudvollen Miteinander bei den täglichen Wickel- und auch anderen Pflegesituationen zu finden.
Wenn wir uns bewusst machen, dass die täglich wiederkehrenden Pflegehandlungen DIE Gelegenheit für ein beziehungsvolles Miteinander mit einem jungen Kind sind, ist es auch einfacher unsere Haltung zu ändern und die Pflegeaktivität als Chance für die Entwicklung einer engen Beziehung mit unserem Kind zu schätzen.

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Wie Vorbereitung und Routinen unseren jungen Kindern Sicherheit geben

Die Corona-Ausnahmesituation hat unseren Alltag gehörig durcheinandergewirbelt. In kaum einer Familie ist alles beim Alten geblieben wie vor der Ausgangsbeschränkung und den Schul- und Kindergartenschließungen Mitte März. Noch vor einem Monat hätte diese einschneidenden Veränderungen niemand vorauszusehen gewagt.
Einige Familien haben plötzlich sehr viel unverplante Zeit verfügbar, für andere begann eine extrem fordernde Zeit, wenn beispielsweise im Homeoffice gearbeitet werden muss und parallel dazu Schulkinder bei den Hausarbeiten unterstützt werden müssen oder jüngere Kinder zu Hause beaufsichtigt und oft auch beschäftigt werden müssen.

Ein bei den meisten Menschen gut durchorganisiertes Leben ist aus den Fugen geraten, nichts ist mehr wie es war und keiner weiß noch so genau, ob es jemals wieder so werden wird.
Manche Veränderungen wären ja durchaus wünschenswert, wie weniger Stress und Hektik, mehr Regionalitätsbewusstsein beim Einkauf…

Hier zeigt sich sehr deutlich, was Unvorhersehbarkeit, Unsicherheit und Unregelmäßigkeit auslöst: Bei vielen Menschen äußert sich das in Nervosität, Stresssymptomen, Unruhe und einem großem Bedürfnis nach Ausgleich dieses Zustandes.
Je normaler der Alltag nun gelebt werden kann, umso besser fühlen wir uns. Wir stehen trotzdem annähernd zur gewohnten Zeit auf und versuchen Kontakt mit für uns wichtigen Personen per Telefon zu halten. Beständigkeit und Rhythmus gewinnt eine neue Qualität, es sind oft kleine Dinge, die uns stärken, sei es die aufblühende Natur oder das gemeinsam in Ruhe eingenommene Essen, wofür nun wieder mehr Zeit ist.

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Wie können Kinder lernen, sich zu konzentrieren – von Beginn an

Wenn nun wieder die Schule beginnt dann geht auch die Zeit wieder los, in der von unseren Kindern einiges an Kompetenzen erwartet wird. So zum Beispiel, dass sie eine möglichst lange Aufmerksamkeitsspanne haben, geduldig zuhören können, bei einer Sache bleiben können, schwierige Probleme lösen können und nicht sofort aufgeben. Wir wünschen uns, dass das Kind eine gute Konzentrationsfähigkeit hat und  gerne und freudvoll lernt.

Besonders die ersten Lebensjahre eines Kindes sind prägend für die Entwicklung von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit.

Was gibt es für Möglichkeiten, die Aufmerksamkeitsspanne eines Kindes zu fördern – und zwar von Beginn an:

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Warum junge Kinder kein Sauberkeits-(Toiletten)training brauchen und was wir stattdessen tun können

Der  Sommer ist  eine Jahreszeit, in der viele Eltern hoffen, dass die Kinder, wenn sie im Freien ohne Windel sein können, die Kontrolle über ihre Ausscheidung erlangen. Das kann funktionieren, es sollte aber keine übertriebene Erwartungshaltung der Eltern in diese Richtung sein.
Kinder brauchen keine Erwachsenen, die sie darin trainieren, die Toilette zu benutzen. Was sie brauchen sind zugewandte, wache Eltern oder Bezugspersonen, die den Prozess des „Sauberwerdens“ unterstützen und erleichtern, ein Prozess, der bei jedem Kind individuell ist.Es gibt drei Faktoren die notwendig sind für den Prozess des Sauberwerdens

Physische Voraussetzung: Das Kind verfügt über die körperliche und muskuläre Fähigkeit der Blasen- und Stuhlkontrolle.

Kognitive Voraussetzung: Das Kind versteht den Harn- und Stuhldrang, kann das Gefühl mit der Aktion in Verbindung bringen. Dabei macht uns das Kind häufig deutlich. „Ich mache jetzt“. Es muss jedoch nicht bedeuten: „Ich will aufs Töpfchen.“

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Was hat freie und selbstgewählte Aktivität des Kindes mit Selbstregulation zu tun?

Beobachtungen aus dem SpielRaum

V., 12 Monate, krabbelt die schiefe Rampe hinauf, in der linken Hand das kleine Auto. Sie hat bereits eine Technik entwickelt, wie sie krabbelnder Weise kleinere Gegenstände transportieren kann. Die letzten Monate bereits hat sie die Rampe kennengelernt, sich zunächst vorsichtig herangetastet, bis sie es schließlich auch bis nach oben aufs Podest geschafft hat. Sie hat die Höhe abgeschätzt, indem sie mit der Hand den Abstand zum Fußboden abgemessen hat und so ein Bewusstsein für „Oben“ und „Unten“ entwickelt. Immer wieder hat sie diese Aktivität erprobt, verfeinert und ist immer sicherer und gewandter unterwegs. Sie weiß mittlerweile die Dimensionen der Rampe einzuschätzen, kennt die unterschiedlichen Eigenschaften auf der glatten Holzseite und der mit Teppich bespannten gegenüberliegenden Seite, auf der sie hinauf einfacher, hinunter aber erschwert gelangt.

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