Warum Kinder unsere Grenzen testen-Teil 1

Dieses große Thema beschäftigt mich schon länger, und was dabei herausgekommen ist, das findet ihr hier.

Der bekannte Familientherapeut Jesper Juul sagte: „Nicht Kinder brauchen Grenzen, Eltern brauchen Grenzen.“ Allerdings ist es nicht immer einfach für uns Eltern, unsere Grenzen klar wahrzunehmen und zu erkennen. Dies erfordert Hineinspüren in uns, Übung und auch Flexibilität. Vor allem die Kleinkindzeit unserer Kinder bietet allerdings ein ideales Übungsfeld für uns Eltern.

Ein wichtiger Teil der Entwicklung von Kleinkindern besteht darin, ihren Willen und ihre „Power“ zu erproben und dabei uns und unsere Reaktionen bzw. auch unsere Grenzen kennenzulernen. Das ist eine ihrer Aufgaben und ein gesunder und wichtiger Schritt auf dem Weg zu ihrer Unabhängigkeit. Außerdem wollen sie ihre Bedürfnisse stillen aber auch ihre Wünsche erfüllen.  Dabei stellen sie häufig unsere Geduld auf die Probe.

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Wenn ein Geschwisterkind auf die Welt kommt – wie können wir das ältere Kind vorbereiten?

Und wie gehen wir mit möglicherweise starken Gefühlen des älteren Kindes um?
(Podcast – Link am Ende dieses Beitrages)

Kürzlich fragte mich eine Mutter, ob und wie sie ihren kleinen Sohn in die Schwangerschaft einbeziehen kann und auf die Ankunft des kleinen Geschwisterbabys vorbereiten kann.

Vorab: Es gibt kein Allgemeinrezept gegen Eifersucht. Zu sehr hängt es von der Persönlichkeit und der Entwicklung des älteren Kindes ab, wie es mit der neuen Situation umgeht und auch mit dem Wesen des Geschwisterkindes.
Da die Frage der Mutter aber keine ungewöhnliche ist und viele Eltern betrifft, möchte ich hier dennoch ein paar Gedanken dazu teilen.

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„Nix passiert!“ oder doch? Gedanken über das Trösten bzw. Begleiten von Babys und Kleinkindern

In der Zeit des Mobilwerdens bis zum Gehenlernen und auch noch darüber hinaus erleben junge Kinder immer wieder kleine und auch etwas größere Stürze und Unfälle, manchmal auch mit blauen Flecken und Schrammen. Das kann ein Ausrutschen auf einem Baustein sein, ein Anstoßen an einem Möbelteil, ein Sturz von einer Bank oder Couch…

Diese Erfahrungen sind leider auch wichtig, denn das Kind lernt durch kleine Unfälle, auf sich und seinen Körper achtzugeben, es bekommt Übung darin, sich beim Sturz abzurollen, es erlangt ein Gefühl für Höhe und die unterschiedlichen Eigenschaften verschiedener Untergründe. Es erfährt beispielsweise, dass ein Holzboden härter ist als eine Wiese…., dass eine ungünstige Drehung auf der schiefen Ebene (ein Bewegungsgerät im Pikler-SpielRaum) auch bewirken kann, dass es – in Stufenhöhe – runterpurzeln kann.

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Wenn das Wickeln schwierig wird

Aus diesem Grund möchte ich einige Gedanken mit Euch teilen, um (wieder) zu einem echten und freudvollen Miteinander bei den täglichen Wickel- und auch anderen Pflegesituationen zu finden.
Wenn wir uns bewusst machen, dass die täglich wiederkehrenden Pflegehandlungen DIE Gelegenheit für ein beziehungsvolles Miteinander mit einem jungen Kind sind, ist es auch einfacher unsere Haltung zu ändern und die Pflegeaktivität als Chance für die Entwicklung einer engen Beziehung mit unserem Kind zu schätzen.

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Was können Babies ?

Kürzlich hat mich eine Bekannte darauf angesprochen, was ich denn mit so kleinen Babys mit ca. 5 Monaten im SpielRaum überhaupt mache. „Die können ja noch gar nichts, noch nicht einmal sitzen.“
Dazu ist es sicherlich wichtig, Emmi Piklers Blick auf das Kind darzulegen. Piklers Blick war grundsätzlich ein positiver. Es steht nicht die Frage im Raum, was das Kind noch nicht kann, sondern es gilt das Baby bzw. das Kind mit umgekehrtem Blickwinkel zu betrachten. Was kann das Kind bereits?
Und dann tut sich gleich noch ein weiterer Blickwinkel auf. Piklers Ansichten nach ist ein Baby kein hilfloses Wesen, sondern ein in vielen Bereichen kompetentes Menschenkind, das natürlich in vielen essentiellen Bereichen von uns Erwachsenen abhängig ist – aber eben nicht in allen.

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